DUBHFEST (MIT DIARY OF DREAMS, GOTHMINISTER, SHELLCASE) - B- POPERINGE (21.09.2013)

October 09, 2013  •  Leave a Comment

DUBHFEST (MIT DIARY OF DREAMS, GOTHMINISTER, SHELLCASE) - B- POPERINGE (21.09.2013)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein neues Festival organisieren in dem Wissen, dass manch andere Festivals wie das Shadowplay nicht mehr existieren? Die Organisatoren des DUBHFEST beweisen, dass das möglich ist und das sogar in dieser schlechten wirtschaftlichen Lage. Poperinge ist sicher nicht der Ort, der einem direkt in den Kopf schießt, wenn man an ein Gothic/Industrial, Dark Wave Festival denkt. Vor allem dann nicht, wenn man sich bei Google Maps einmal die Entfernung von Deutschland und Holland bis nach Poperinge anschaut. Doch wenn man bedenkt, dass einige Fans sogar aus Neuseeland, Norwegen und Russland anreisten, erscheinen 260 km gar nicht mehr so viel zu sein. Das Festival findet im Jugendcenter “De Kouter” statt, in dem bis zu 1000 Leute Platz finden. Für heute Abend ist die Location auf 600 Leute limitiert und das scheint aufgrund der großen Bühne auch wirklich die bestmögliche Entscheidung zu sein.

 

 

Nach einer dreistündigen Fahrt kommen wir um 19:00 Uhr an und können unser Auto direkt vor dem Eingang parken. Es ist schon von Vorteil, so früh dort zu sein, da die Parkplätze vor Ort limitiert sind. Dennoch gibt es genug Alternativen in Sachen Parkplätze, von denen aus die Location problemlos fußläufig zu erreichen ist. Um 19:15 Uhr ist es dann langsam auch Zeit für den ersten Act des Abends.

Ihre Musik beschreiben die Belgier Shellcase als “High-Energy Radio-Ready-Post-Grunge-Rock”, doch bevor wir dieser zungenbrecherischen Beschreibung zustimmen, schauen wir sie uns erst einmal auf der Bühne an. Gestartet wird mit einem Intro aus Beethoven berühmter7. Symphonie, 2. Satz, an das direkt mit dem Song Rome is Burning angeschlossen wird. Doch noch lange nicht steht dieser Ort hier in Flammen und Sänger Dave Varlet versucht wild die Hitze ein wenig zu schüren und das Publikum etwas enthusiastischer zu machen. Nach ein paar Versuchen scheint es tatsächlich zu funktionieren und die Menschen lassen sich mit jedem gehörten Song mehr und mehr auf die Musik ein. Neben ihren eigenen Stücken spielen SHELLCASE auch Cover von Nirvana und Placebo. Wenn man die charakteristische Stimme von Brian Molko ausblendet, klingt das Cover von Bitter End wirklich gut und ähnelt der ursprünglichen Version von Placebo schon sehr. Die angekündigte High-Energy geben sie uns allemal und legen einen soliden Start hin. Bei Rehab greift Dave Varlet zu einem alten Mikrofon inclusive Voice-Changer, um diesem Song das gewisse Etwas zu geben. Trotz einiger kleiner technischer Probleme war das Ganze eine sehr gute Leistung, was sich auch an dem Applaus ziegt, als sie die Bühne mit Johnny Cashs We’ll Meet Again verlassen.

Setlist SHELLCASE:
01. Intro
02. Rome is Burning
03. Faith
04. Fatique
05. I am okay now
06. Deadecaydead
07. Pain
08. Keep the dream alive
09. Smells like teen spirit
10. Territorial pissings
11. Bitter End
12. No Regrets
13. Rehab

Nun sollten die Ortansässigen zu spüren bekommen, wie sich echter Darkwave anfühlt. Mit Diary of Dreams gelingt das auch ohne Probleme. Die Vielfalt der deutschen Band ist enorm groß und vor allem die düstere Stimme von Frontmann Adrain Hates packt einen immer wieder.

An diesem Abend bescheren uns Diary of Dreams ein 90-minütiges Set, doch selbst das scheint zu kurz zu sein. Mit Freuden atmen wir und jeder der hier Anwesenden jeden Fetzen dieser 90 Minuten in uns ein. Das Licht auf der Bühne ist stark reduziert und das ist es, was dem Ganzen zusätzlich noch dieses extra Dark Wave Feeling gibt. Die Stage-Gitarristen Felix “Flex” Gerlach und Gaun:A sind voll in ihrem Element. Immer wieder wechseln sie von links nach rechts, bringen Dynamik auf die Bühne und scheinen sichtlich Spaß zu haben. Der Kracher The Wedding wird zwar schon recht früh abgefeuert, aber das sorgt auch dafür, dass das Publikum direkt zu Beginn explodiert. Die Band ist davon sehr gerührt und genießt diesen herzlichen und warmen Willkommensgruß. Das Publikum saugt jeden Song förmlich in sich auf und bei The Curse und Chemicals konnte sich keiner mehr entziehen, mit einzustimmen. Das Beste wurde dann aber doch für das Ende aufgehoben und Adrian erzählt uns, dass es eigentlich der erste Song war, den sie jemals geschrieben haben. Mit False affection, false creation beschließen die Jungs das Set und geben sich noch einmal dem Blick in die Menge hin und sind wie wir überwältigt und dankbar.

Gothminister spielten in der Qualifizierungsrunde des Eurovision Song Contest 2013, doch leider gelang es ihnen nicht, bis in die Finalrunde vorzudringen. Doch heute Abend haben sie es bis in das Finale geschafft, auch wenn sie es mit den Meistern von Diary of Dreams teilen müssen. Die Norwegische Gothic-Metal Band sieht etwas chaotisch auf der Bühne aus und es scheint, als würde nicht alles so funktionieren, wie sie es sich vorgestellt hatte. Bjørn Alexander Brem bekommt eine Fackel in die Hand gedrückt und plötzlich fängt sein Mantel Feuer. Viele im Publikum haben das gar nicht mitbekommen und glücklicherweise war das kleine Feuerchen auch schnell wieder gelöscht.

Die Musik der Band ist hart, laut, aber läuft nie Gefahr, langweilig zu werden. Mit blutverschmierten Shirts und einigen Zombies auf der Bühne legen sie eine tolle Show hin. Bei Horrorshow betritt ein Zombie-Mädchen die Bühne , das aber nicht viel zu lachen hatte, denn Sänger Bjørn greift zu seiner Kettensäge und enthauptet die Gute, bevor er ihren Kopf der Öffentlichkeit präsentiert.

Einige Leute hatten die Location nach dem Auftritt von Adrian Hates und seinen Jungs aus dem Traumtagebuch bereits verlassen, was dann auch der Grund dafür ist, dass es bei Gothminister nicht mehr so stark überfüllt ist. Nichtsdestotrotz war die Stimmung zu jedem Zeitpunkt hervorragend. Für viele war das energiereiche Set fast zu schnell zu Ende.

Zurückblickend auf diesen Abend haben wir jetzt noch ein großen Lächeln im Gesicht und sind froh, dass es in dieser Welt noch Menschen gibt, die sich trauen, etwas Neues zu starten... wie eben dieses Mini-Festival. Die erste Runde des DUBHFEST war wirklich ein überwältigender Start und die Organisatoren sind schon fleißig dabei, die zweite Runde zu planen. Also schaut ruhig immer mal wieder vorbei auf http://www.dubhfest.be/, um immer auf dem Laufenden zu bleiben.

 

 

Setlist GOTHMINISTER:
01. Intro/Purgatory
02. Someone is after me
03. Stonehenge
04. Beauty after midnight
05. Dusk till dawn
06. Devil + Helldemon
07. Horrorshow
08. Liar
09. Monsters
10. Angel 
11. Gothic anthem
12. March of the dead
13. Darkside (Z)
14. Utopia(Z)

Bilder des Festivals befinden sich in unserer Konzertfotos-Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder direkt durch Anklicken der Fotos.

 

Diary Of Dreams:


Gothminister:


Shellcase:

Gallerie:http://bit.ly/16TsrGS
Autorin: Monique Rijksen 
Fotos: Roger op den Camp


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